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Existiert Gott? - Argumente dafür

Um einen Vortrag von Pfarrer Georg Henn zu diesem Thema zu hören, versammelten sich etwa 50 interessierte Personen am 24.02.2026 im Edith-Stein-Haus in Leimen-Gauangelloch.
"Warum beschäftigen wir uns eigentlich mit dieser Frage?" So leitete Pfarrer Henn seinen Vortrag ein und erklärte, dass die Existenz Gottes nicht nur grundlegend für das menschliche Leben sei, sondern auch eine zentrale Frage der Philosophie.

Entsprechend erläuterte Pfarrer Henn zunächst philosophi­sche Argumente, die seit der Antike zu diesem Thema zusammengetragen wurden. Seine besondere Aufmerksamkeit fanden dabei die 5 Wege des Thomas von Aquin. Diese basieren auf der Philoso­phie des Aristoteles und haben Vorläufer in der arabischen Philosophie, über die im Mittelalter die Texte des Aristoteles in den Westen gelangten. Von diesen fünf Wegen ist ein auch heute gut nach­vollziehbarer der, der sich mit zufälliger und notwendiger Existenz beschäftigt: Die Dinge in unse­rer Welt, wir eingeschlossen, existieren zufällig. Sie könnten auch nicht sein. Weil sie aber existie­ren, muss es auch etwas geben, das notwendig existiert und sie verursacht hat. Das nennen wir Gott.
Nun sind natürlich die fünf Wege des Thomas ebenso wie alle anderen "Gottesbeweise" mehr oder weniger erfolgreich kritisiert worden. Das führt uns zu der Erkenntnis, dass am Anfang eines "Got­tesbeweises" der Glaube stehen muss. Der "Beweis" festigt den Glauben, bekehrt den Ungläubigen aber nicht.
Daher lohnt sich auch der Blick in die Natur. Ein Urknall vor 13,8 Mrd. Jahren und danach eine Entwicklung des Universums, die vor etwa 5,4 Mrd. Jahren unser Sonnensystem mit der Erde her­vorbrachte. Im weiteren Lauf der Entwicklung entstand Leben und schließlich der Mensch. Diese Ereignisse sind so unwahrscheinlich, dass man es kaum für plausibel halten kann, dass sich das al­les rein zufällig ergeben hat. Auch der Mensch selbst ist mit seinem Intellekt und seinem freien Wil­len kaum als Zufallsprodukt anzusehen.
Aber nicht nur der Verstand zeichnet den Menschen aus. Unabhängig von Kultur und Religion ha­ben Menschen die Fähigkeit zu mystischen Erlebnissen, die sie als bewusstseinserweiternd und als Quelle tiefen Glücks beschreiben. Auch Nahtoderfahrungen gehören zu diesen Erlebnissen, die man wegen ihrer Klarheit und Schönheit kaum als Reaktionen eines sterbenden Hirns abqualifizieren sollte. Allerdings zeigen Beispiele wie Feuerbach, Nietzsche oder Marx, dass der Verstand auch ge­braucht werden kann, um eine Welt ohne Gott zu entwerfen. Ist die erstrebenswert? Die morali­schen Konsequenzen waren für Nietzsche sehr klar.
Wunder schließlich werden als Eingriffe Gottes verstanden, durch die er den Ablauf nach Naturge­setzen außer Kraft setzt. Als Beispiel wurde das Sonnenwunder von Fatima angeführt, das dank sei­ner Ankündigung im Voraus von einer großen Menschenmenge beobachtet wurde. Heilungswunder machen einen großen Teil der biblischen Erzählungen über das Leben Jesu aus. Menschen mit schwerwiegenden Krankheiten oder Behinderungen suchen und finden Hilfe bei Jesus. Auch heute noch unternehmen Menschen Wallfahrten, um Trost und Heilung zu finden. 7000 in Lourdes aner­kannte Wunderheilungen zeugen von Erhörung. Da aber in Rom die Kriterien für die Anerkennung eines Wunder deutlich strenger sind, sind nur 70 davon als Wunderheilungen anerkannt.
Da es so viele Fragen und Diskussionsbeiträge gab, dass eine sofortige Beantwortung den zeitlichen Rahmen gesprengt hätte, wurde die Diskussion auf den Schluss konzentriert. Hier zeigte sich nun, dass es erfreulicherweise keine fundamentale Kritik gab. Vielmehr suchte der Glaube nach Erkennt­nis. Positionen des klassischen Theismus wurden hinterfragt, da sie nur schwer mit den ak­tuellen naturwissenschaftlichen Ergebnissen in Einklang zu bringen sind. Wie und wann kommt denn beispielsweise die unsterbliche Seele in den Menschen, wenn er sich durch Evolution aus Vor­menschen entwickelt hat?
Es gibt also noch viele Fragen und wir freuen uns schon auf den nächsten Vortrag.