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Ökumenischer Filmabend 2023

„Paula“ über die Malerin Paula Modersohn-Becker (1876-1907)

Wie gewohnt wurden die Gäste zunächst mit einem Glas Sekt empfangen und mit leckerem Fingerfood kulinarisch verwöhnt. Dann versetzte uns der Film zurück ins Jahr 1900, als Paula Becker ihrem Vater eröffnete, dass sie nicht daran denke, sich den Konventionen der Zeit zu stellen und den Beruf einer Lehrerin zu ergreifen - sie wolle Malerin werden, für eine Frau damals undenkbar!
 
Doch sie setzte sich durch und zog - zunächst für ein Jahr - ins Künstlerdorf Worpswede bei Bremen, wo sie sich an ihr schöpferisches Werk machte. Sie verliebte sich bald in den Maler Otto Modersohn und heiratete ihn. Aber sowohl er als auch die anderen Künstler zeigten wenig Verständnis für ihren eigenwilligen, als derb bezeichneten Stil, mit dem sie gerne das einfache Leben und die ländliche Bevölkerung darstellte. Die fehlende Anerkennung und eheliche Probleme ließen sie fünf Jahre später nach Paris fliehen, wo sie das Ambiente der dortigen Künstlerszene sehr genoss. Doch aus Geldnot und auf eindringliches Bitten ihres Mannes kehrte sie schließlich zurück. Im Jahr danach starb sie nach der Geburt ihres sehnlichst erwünschten ersten Kindes im Alter von nur 31 Jahren.
 
Erst nach ihrem Tod wurde ihr reiches Schaffen richtig entdeckt, sie hinterließ 750 Gemälde und über 1000 Zeichnungen und wurde nun als Wegbereiterin des Expressionismus gefeiert. Als erster Malerin weltweit wurde ihr 1927 in Bremen ein eigenes Museum gewidmet.
 
Im Nachgespräch erwies sich der Film als gute Wahl, die Zuschauerinnen waren beeindruckt von Paulas Werdegang und Schicksal, ihr früher Tod ging emotional nahe - „wie schade“ - dies sollen auch ihre letzten Worte gewesen sein.
 
Das Bild zeigt das „Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris“  (zwischen 1900 und 1907) und hängt in der Kunsthalle Bremen.